CARSTEN RACHOW GEISTiges Heilen

Auf dem Weg zu einer Theorie der subtilen Energien

Teil II: Integrale Theorie - Energie, Bewusstsein und Quantenwirklichkeit

 

(gekürzt zitiert aus: Ken Wilber, „Auszug G – Auf dem Weg zu einer umfassenden Theorie der subtilen Energien; Quelle: http://if.integralesforum.org/uploads/media/01_excerpt_g.pdf; deutsche Übersetzung von Monika Frühwirth und Michael Habecker; fett gedruckte Hervorhebungen von Carsten Rachow)

 

 

Das Spektrum subtiler Energien

Vielen der Traditionen ist die Vorstellung gemeinsam, dass – zusätzlich zu einem Bewusstseinsspektrum – ein Spektrum von Energie existiert. Ein derartiges Spektrum verläuft von grobstofflicher physikalischer Energie zu ätherischer Energie zu astraler Energie zu psychischer Energie zu kausaler Energie. Ohne an dieser Stelle über die Details diskutieren zu wollen, gehen wir einfach einmal von der Existenz einer Art von subtilem Energiespektrum aus.

 

Im allgemeinen Sinne, (den wir im Laufe der Diskussion noch verfeinern werden) stehen diese 5 Energieebenen grundlegend mit den 5 Bewusstseinsebenen in Beziehung (z.B. wie in Abb. 1, Teil 1, dargestellt). Entsprechend den Traditionen sind diese Energien nicht dasselbe wie Bewusstsein; weder kann Bewusstsein auf diese Energien reduziert werden, noch können diese Energien auf Bewusstsein reduziert werden. Stattdessen begleiten und unterstützen diese Energieebenen ihre entsprechenden Bewusstseinsebenen (sodass die grobstoffliche Energie das grobstoffliche Bewusstsein unterstützt, eine subtile Energie die Unterstützung eines subtilen Bewusstseins ist, eine kausale Energie das kausale Bewusstsein unterstützt, und so weiter).

 

Man kann dieses Energiespektrum (auch) etwa so … darstellen: physikalische Energie, vitale Energie, mentale Energie, Seelenenergie. Jede Ebene, sowohl des Bewusstseins als auch der Energie, oberhalb der untersten Ebene der „Materie“ ist – so gesehen – vollständig trans-materiell (metaphysisch, übernatürlich). Von diesen Energien wird gesagt, dass sie konzentrische Kreise zunehmender Ausdehnung bilden, doch sie selbst sind, auf eine grundlegende Weise, nicht-grobstofflich-materiell (gehen somit der Materie ontologisch voraus und sind davon unterschieden).

 

Die Grundaussagen dieser Formulierung können immer noch wahr sein, und sind es auch, wie ich glaube. Doch mit der naturalistischen Wende … können wir erkennen, dass vieles von dem, was die prämodernen Traditionen als vollständig trans-materiell oder meta-physisch betrachteten, in Wirklichkeit in einem engen Bezug zu der Komplexifizierung der Materie steht, und nicht eine einfache Transzendierung derselben darstellt.


Wir haben nun vorgeschlagen, dass diese Naturalisierung von metaphysischen Ereignissen drei wichtige Bestandteile hat: die Komplexität grobstofflicher Formen … steht in Beziehung mit einer Bewusstseinszunahme … und … einer Verfeinerung der entsprechenden Energien. Wir können dies … wie in Abb. 3 darstellen (Anm. d. V.: Abbildung 3 von Carsten Rachow)

 

In dieser Abbildung können wir erkennen, dass die Energiefelder (graue Farben), von denen man annahm, dass sie metaphysisch über der Materie schweben, in Wirklichkeit in enger Verbindung mit der Komplexifizierung der Materie stehen. Diese subtilen Felder können nicht auf Materie reduziert werden, aber sie sind auch nicht ontologisch von der Materie gänzlich abgekoppelt. Das Gespenst, losgelöst von der Maschine, ist in Wahrheit auf eine enge Weise mit dem Maß an Komplexität der Maschine verbunden. Jeder Geist hat einen Körper. Ein subtilerer, höher entwickelter Geist bedeutet einfach auch einen subtileren, höher entwickelten Körper. Wie wir bald sehen werden, hatten die Traditionen (speziell Vedanta und Vajrayana) ein sehr tiefgehendes Verständnis der Beziehung zwischen dem grobstofflichen, subtilen und kausalen Bewusstsein und den grobstofflichen, subtilen und kausalen Körpern – doch sie erfassten nicht vollständig die Hypothese Nr. 3 (und zwar die Beziehung von all dem zu der Komplexifizierung von grobstofflicher Materie).

Abb. 3: Die Komplexifizierung grobstofflicher Formen wird begleitet von immer subtileren Energien Abb. 3: Die Komplexifizierung grobstofflicher Formen wird begleitet von immer subtileren Energien

Das fehlende, verbindende Glied wird in Abb. 3 vorgeschlagen. In dieser Abbildung gehen wir einfach von der Existenz eines Energiespektrums aus, wie es die Traditionen vorgeben (physikalisch-grobstofflich, ätherisch, astral, psychisch-mental, usw.), und tun dann etwas, das die Traditionen selbst nicht tun konnten: Wir nutzen die moderne Wissenschaft und setzen diese subtilen Energiefelder in Beziehung zur Evolutionsgeschichte, und verfolgen so die Beziehung zwischen subtilen Energien und der Komplexität grobstofflicher Formen. Das, was wir dadurch finden, lässt sich wie folgt kurz zusammenfassen (siehe auch Abb. 3):

 

1.    Die frühesten Formen der Evolution – wie Quarks, Elektronen, Protonen, Atome und Moleküle – werden von den vier großen grobstofflichen Energiekräften begleitet: Elektromagnetismus, Gravitation, starke und schwache nukleare Energie. Üblicherweise werden sie als „physikalische“ oder „grobstoffliche“ Energien bezeichnet, und das stimmt, so lange wir uns dessen bewusst sind, dass diese „physikalischen“ oder „materiellen“ Energien nicht die Gesamtheit der Materie-Energie-Beziehung darstellen, sondern einfach die unterste Ebene von Materie-Energie … . Allgemein gesagt, umgeben grobstoffliche Energien ihre zugehörigen materiellen Körper in verschiedenen Energiefeldern; die Energie selbst, in ihrer typischen Form, verbreitet sich als Welle/Teilchen-Ereignis.

2.    Mit der Emergenz komplexer materieller Formen im Laufe der Evolution, die wir „Leben“ nennen (angefangen bei Viren und Prokaryoten), emergiert eine subtilere Energie – oft auch „ätherisch“ genannt. Wie bereits gezeigt, wird von diesen ätherischen Energiefeldern gesagt, dass sie die physikalische Energie auf eine holonische Art und Weise umgeben (d.h. konzentrisch, mit einer zunehmenden Ausdehnung). …

 

HINWEIS: Im Rahmen der (integralen) Metatheorie ist der manifeste Kosmos zusammengesetzt aus Holons … . Ein Holon ist ein Ganzes/Teil – bzw. ein Ganzes, welches gleichzeitig ein Teil anderer Ganzen ist – z.B. ist ein ganzes Atom Teil eines ganzen Moleküls, welches Teil einer ganzen Zelle ist, welche Teil eines ganzen Organismus ist, usw. Individuelle Holons besitzen – den ganzen Weg hinab, Atome zu Quarks zu Fermionen – einen Funken oder ein Vorempfinden von Wahrnehmung, so dass alle individuellen Holons bewusste Wesen sind. Alle individuellen Holons sind ebenso – wie Whitehead es nannte – „zusammengesetzte Individuen“, Individuen, welche aus weniger komplexen Individuen zusammengesetzt sind …

 

3.    Mit der fortlaufenden Komplexifizierung grobstofflicher Formen im Verlaufe der Evolution emergieren Lebensformen, welche Umweltreize auf immer anspruchsvollere Weise interpretieren, unter Verwendung von Organsystemen wie einem Nervensystem und einem Reptilien-Gehirnstamm. Mit der Emergenz eines Gehirnstammes und einem limbischen System der Paläo-Säugetiere beginnt eine noch subtilere Energie – „astral“ genannt – zu emergieren. „Astral“ kann vieles bedeuten, doch es meint speziell ein kraftvolles emotionales Feld von Energie – subtiler als das physikalische und ätherische -, welches die lebendigen Organismen durchdringt (und z.B. durch deren Akupunkturmeridiane verläuft) und sich auch darüber hinaus ausdehnt, die physikalischen und astralen Felder in einer holonischen Ausdehnung einschließend. (Wir werden diese holonischen Energiefelder weiter unten bei Abb. 4, dem Burr-Diagramm, zeigen.)

 

Doch – noch einmal – es ist nicht so, dass diese Energiefelder radikal metaphysisch sind, denn, wenn sie das wären, könnten und würden diese Felder alle physikalischen Objekte umgeben (weil sie in keiner Weise an physikalische Objekte gebunden sind), wohingegen sie tatsächlich nur mit materiellen Objekten einer entsprechenden Komplexität (und um sie herum) emergieren. Ein Felsen hat kein emotionales Feld; ein Wurm hat kein mentales Feld, und so weiter. …

 

4.    Um die natürliche Historie der subtilen Energien fortzusetzen: An dem Punkt, wo die Evolution immer komplexere grobstoffliche Formen – ein dreiteiliges Hirn – entwickelt, emergiert eine noch subtilere Energie – unter dem Namen „psychisch“ bekannt. „Psychisch“ bedeutet in diesem Fall einfach „Gedankenfelder“, von denen gesagt wird, dass sie durch anhaltende mentale Aktivitäten geschaffen werden. Diese Felder umgeben und umhüllen das Physikalische, Ätherische und Astrale – doch sie emergieren AUSSCHLIESSLICH in, durch und um materielle Formen, welche ausreichend komplex sind, um ein dreiteiliges Hirn zu enthalten.

 

Wichtig bei all diesen Feldern – physikalisch, ätherisch, astral, psychisch – ist, dass sie zu den entsprechenden Holons (des Äußeren) gehören. Das heißt, das Äußerliche eines individuell bewussten Wesens (Atome zu Ameisen zu Affen) besteht aus der individuellen morphischen Form und den dazugehörigen Energiefeldern. … Jedes Holon (enthält) alle vorangegangenen Subholons, aus denen es besteht, wovon jedes seine eigene innerliche Wahrnehmung (Innen: Bewusstsein) und äußerliche Form und das entsprechende Energiefeld (Außen: Materie-Energie) hat … - Holons in Holons, Felder in Feldern, Energien in Energien ohne Ende.

 

Aus diesem Grund sind Bewusstsein, Formen und Energiefelder alle holarchisch. Sie sind alle ineinander verschachtelte Hierarchien des Transzendierens und Umfassens. In den äußerlichen Bereichen, gekennzeichnet durch ihre Ausdehnung in Raum und Zeit, kann man viele dieser Holarchien sehen: (im Äußeren) beinhalten Zellen Moleküle physikalisch, welche wiederum Atome physikalisch umfassen. Ähnlich umgeben und umhüllen (transzendieren und beinhalten) im Äußeren die psychischen Energiefelder die astralen Felder, welche das Ätherische umgibt und umhüllt, welches das Physikalische umgibt und umhüllt …

Abb. 4: Burr-Diagramm von Energiefeldern Abb. 4: Burr-Diagramm von Energiefeldern

Harald Saxon Burr, ein Physiologe der Yale Universität und einer der ersten großen Pioniere wissenschaftlicher Studien … von Energiefeldern, verwendete oft ein Diagramm wie in Abb. 4, welches experimentell nachgewiesene Energiefelder darstellt.

 

Lassen Sie mich betonen, dass dies ein sehr schematisches Diagramm ist, um auf eine einfache Weise zu zeigen, worum es geht. Es enthält ein „P-Feld“ (ein „Physik-Feld“), mit Arten von grobstofflich physikalischer Energie, welche mit diesem Körper in Verbindung steht; ebenso ein „L-Feld“ (ein „Lebens-Feld“) und ein „G-Feld“ (ein „Gedanken-Feld“). Achten wir auf den holonischen Charakter. Natürlich sind keine dieser Energiefelder nur lokal, oder einfach auf einen physikalisch lokalisierbaren Raum bezogen. Die lokalen Aspekte dieser Energiefelder – dargestellt durch die kugelförmigen Schalen – sind lediglich die Bereiche der höchsten Dichte dieser Energiefelder (oder, anders gesagt, die Bereiche mit der größten Wahrscheinlichkeit, diese Energiemuster anzutreffen). Doch viele dieser lokalen Aspekte können in der Tat mit verschiedenen Messinstrumenten physikalisch erfasst werden (z.B. Burr, Motoyama, Tiller). Darüber hinaus nehmen bekannte und sehr respektierte Menschen mit einer psychischen Wahrnehmung (z.B. Michael Levin) diese Energiefelder oft im wesentlichen so wahr, wie Burr sie dargestellt hat – Felder in Feldern in Feldern. Dies bedeutet nicht, dass sie nicht auch noch auf andere Arten erscheinen, sondern lediglich, dass die Burr-Diagramme einige typische und wichtige Aspekte dieser Energien erfassen.

 

… Weil jedes Holon bzw. zusammengesetzte Individuum die Materie und Energie seiner Subholons enthält oder subsumiert, können wir durch einige weitere Darstellungen deutlich machen, was dies bedeuten könnte. Bezugnehmend auf das Burr-Diagramm holonischer Felder hat jedes Individuum bei seiner Emergenz seine eigene grobstofflich materielle Form und das dazugehörige Energiefeld: Je größer die Komplexität der materiellen Form, desto mehr Energiefelder umgeben es (Hypothese Nr. 3). Dies kann wie in Abb. 5 dargestellt werden.

Abb. 5: Holonische Materie und Energie Abb. 5: Holonische Materie und Energie

In dieser Abbildung, welche konkrete Ereignisse zeigt, … können wir sehen, dass jede Ebene einer zunehmenden Komplexität grobstofflich materieller Form ihre Juniorebenen materieller Formen transzendiert-und-umfasst (oder subsumiert) – doch alle diese Ebenen sind eigenständig zusammengesetzte Individuen, und behalten deswegen ihre eigenen energetischen Merkmale, so dass das zusammengesetzte Individuum selbst zusammengesetzt ist aus sowohl seinen vorangegangenen, „junior“-materiellen Komponenten (dargestellt durch die durchgezogenen Kreise) als auch den dazugehörigen Energiefeldern (dargestellt durch die sie umgebenden gestrichelten Kreise). …

 

Übrigens gibt es natürlich keine Energiefelder (im Inneren, im Bewusstsein) … . Alle Holons haben … Innerlichkeiten des Bewusstseins und Äußerlichkeiten der Form und Energie …, doch weder ist Bewusstsein selbst Energie, noch ist Energie Bewusstsein.

 

 

Terminologie

Es ist ganz offensichtlich, dass, wenn es um subtile Energien geht, die Terminologie schnell zu einem Hauptproblem wird. Da gibt es zum einen eine verwirrende Vielzahl von Begriffen, welche derzeit für diese Phänomene verwendet werden; zum zweiten werden eine Vielzahl von unterschiedlichen Phänomenen beschrieben; und drittens wird in immer mehr Theorien der Versuch unternommen, diese Phänomene zu erklären.

 

Irgendwo müssen wir anfangen, also werde ich einige wenige sprachliche Vorschläge machen. Dies sind lediglich Vorschläge. … Ich werde Vorschläge für eine Terminologie in zwei Schritten geben: Zuerst eine Aufstellung der Mindestanzahl von Energieebenen, welche wir zu benötigen scheinen, um die meisten der relevanten Themen abzudecken; und dann danach eine verfeinerte Klassifizierung in Familie, Gattung und Art.

 

Ebene/Chakra

Masse-Energie

Bewusstsein

1

grobstofflich (physikalisch)

sensomotorisch (physisch)

2

ätherisch, „Lebens-Feld-1“ (L-1)

vital, sexuell-emotional, Biofeld-1

3

astral, „Lebens-Feld-2“ (L-2)

emotional-sexuell, Biofeld-2

4

psychisch-1, „Gedanken-Feld-1“ (G-1)

mental

5

psychisch-2 (G-2)

höheres Mental

6

kausal

übermental

7

nichtdual

supermental

 

Tab. 1: Ebenen von Energie und Bewusstsein

 

Es scheint nach unserem gegenwärtigen Wissenstand mindestens siebe große, unterschiedliche Ebenen von Energie zu geben. Diese korrelieren in etwa mit den sieben Chakren. Sie werden in Tabelle 1 dargestellt, zusammen mit einem Vorschlag zu ihrer Bezeichnung. Wir werden auf diese verfeinerte Klassifizierung noch zurückkommen.

 

 

Involution und Evolution: Quantenwirklichkeit

Bevor wir uns an die Verfeinerung dieses Schemas machen, gibt es noch ein letztes Thema, dem wir uns zuwenden müssen, ein Thema, welches wahrscheinlich für mehr theoretische Schwierigkeiten gesorgt hat als jedes andere, nicht nur im Bereich subtiler Energien, sondern im gesamten Bereich der Spiritualität und Mystik, hinsichtlich deren Bezug zur modernen Wissenschaft.

 

Und zwar die Frage: Wo finden wir das Quanten-Vakuum in diesem Schema?

 

Nach der modernen Quanten- und Relativitätsphysik ist der Betrag von Energie der Vakuumdichte, welcher sich in einem einzigen Wasserstoffatom befindet, größer als der Betrag aller anderen Energie, welche in allen bekannten Sternen gespeichert ist. Das ist – mit anderen Worten – eine ganze Menge. Verschiedene faszinierende Fakten der Quanten-Wirklichkeit, so wie das eben genannte, haben eine ganze Reihe von Wissenschaftlern – von LeShan zu Capra zu Zukav zu Wolf (und dutzende Ungenannte weitere) – dazu veranlasst, das Quanten-Vakuum mit so etwas wie dem GEIST gleichzusetzen, dem Übergeist, dem Tao, Brahman, der Leere des Buddhismus, und so weiter. Das Ergebnis dieser Gleichsetzung war – meiner persönlichen Meinung nach – katastrophal.

 

… In der quantenmechanischen Theorie ist das Wellenpotential eine riesige Quelle kreativer Energie, welche die dichteren materiellen Partikel erscheinen lässt, einschließlich auch Partikel wie Quarks, Elektronen und Protonen. Es ist diese „erschaffende“ Natur des Quanten-Potentials, welche viele Wissenschaftler dazu veranlasst hat, es mit einem spirituellen Potential gleichzusetzen, einer Art von riesigem Feld eines unendlichen Potentials, welches unbegrenzter GEIST oder grenzenloses Bewusstsein selbst ist.

 

Wenn dies der Fall wäre, dann wäre die evolutionäre Abfolge in etwa so: Aus dem spirituellen Quantenpotential erscheinen subatomare Partikel, welche sich dann zu Atomen zusammenfinden, welche sich zu Molekülen zusammenfinden, welche Zellen bilden, welche Organismen formen … . Mit anderen Worten: Je höher – nach diesem Schema – die Ebene der Evolution ist, desto weiter entfernt man sich von Gott.

 

Das kann ganz offensichtlich nicht stimmen. Aber wenn man erst einmal (fälschlicherweise) GEIST mit dem Quanten-Potential identifiziert, bleibt einem kein anderer Weg mehr übrig. Genau deshalb, weil das Quanten-Potential in Wirklichkeit kein radikal formloser oder nicht-dualer Bereich ist, kann es auch nicht als eine authentische spirituelle Wirklichkeit herangezogen werden; es ist einfach der Aspekt eines manifesten Bereiches, welcher wiederum Qualitäten und Quantitäten besitzt, und daher nicht radikal unqualifizierbar sein kann.

 

Die Weisheitstraditionen befinden sich, was diesen Punkt betrifft, in praktisch vollständiger Übereinstimmung. Wir haben bereits einen Blick auf die Ansicht der Traditionen bezüglich … Involution geworfen. Selbst wenn wir nur die einfache 5-Ebenen-Version verwenden, dann wird es sehr offensichtlich, was das Quanten-Potential in Wirklichkeit ist.

 

Bei der Involution bzw. Schöpfung entscheidet sich der radikal unqualifizierbare GEIST … eine manifeste Welt der Vielen und Anderen zu erschaffen. Wie wir gesehen haben, wird zuerst Seele erschaffen, welche sich dann entäußert, um Geist zu erschaffen, welcher sich entäußert, um Leben (oder prana) zu erschaffen, welches sich entäußert, um unbewusste Materie zu erschaffen (Quarks, Atome). Am Ende dieser ontologischen Sequenz explodiert Materie ins Sein als eine Kristallisation und Kondensation von prana.

 

Das Quanten-Potential ist – mit anderen Worten – nicht der GEIST, sondern prana. Technisch ausgedrückt, ist das Quanten-Potential nicht GEIST-als-GEIST … sondern GEIST-als-prana, welcher es ermöglicht, dass GEIST-als-Materie erscheint.

 

Wovon der quantenmechanische Formalismus einen kurzen Einblick bekommt … ist die atemberaubende Macht ätherisch-astraler Energie, aus der heraus … die gesamte grobstoffliche materielle Welt erscheint. …

 

Wenn wir … erkennen, dass quanten-relativistisch-grobstoffliche Ereignisse die Oberflächenereignisse bzw. Manifestationen eines ätherischen Energiefeldes sind, erlaubt uns das auf angemessene Weise diesen Ereignissen Rechnung zu tragen – in Übereinstimmung mit den großen Weisheitstraditionen, der führenden Forschung und Wissenschaft, und den Erkenntnissen über subtile Energien und ihrer integralen Neuinterpretation. Grobstoffliche Materie-Energie ist eine Oberflächenmanifestation ätherischer Felder, welche wiederum die Oberfläche von astral-psychischen Feldern bilden, welche gegenüber dem Kausalen eine Oberfläche darstellen, welche die erste mysteriöse feine Schicht auf dem ursprünglichen Antlitz des GEISTES darstellt, der eine Welt manifestiert, von Augenblick zu Augenblick zu Augenblick …

 

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"Ich glaube, dass die Kräfte des menschlichen Geistes - und insbesondere diejenigen, die für körperliche Heilungsprozesse genutzt werden können - vielmehr  in der "atemberaubenden Macht ätherisch-astraler Energie, aus der heraus die gesamte grobstoffliche materielle Welt erscheint", zu lokalisieren sind als etwa in quantenphysikalischen Prozessen. Nicht, dass letztere keine Rolle spielten, das tun sie ohne Zweifel - aber um quantenphysikalische Prozesse auf der grobstofflichen Körperebene (und genau "da" befinden wir uns, wenn wir über Quantenphysik sprechen) auszulösen oder zu aktivieren, sollten wir die "atemberaubende Macht" der subtileren Energien aktivieren lernen, also etwa prana, Vitalkraft, Emotionalität, Mentalität und Glaubenskraft."  

 

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Fortsetzung siehe Teil III: Details, Reinkarnation, Chakren

 

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