CARSTEN RACHOW GEISTiges Heilen

Innenansichten eines Heilers

Es gibt mittlerweile weltweit beachtliche Ergebnisse bei der wissenschaftlichen Erforschung der "Außenseite" des geistigen Heilens - also etwa bei energetischen Übertragungsphänomenen, bei statistisch signifikanten Fernwirkungen, bei psychosomatischen Wirkungen. Doch was passiert eigentlich während eines Heilungsvorgangs auf der anderen Seite allen Seins, was passiert im Inneren, im Bewusstsein des Heilers, des Arztes, des Therapeuten?

 

Wenn wir geistiges Heilen besser verstehen wollen, wenn wir das Gesundheitssystem der Zukunft um geistig-energetische Therapien ergänzen und wenn wir allen Menschen bewusst machen wollen, dass jeder Einzelne außergewöhnliche Heilungskräfte in sich trägt, dann stehen meines Erachtens auch die Heiler selbst in der Pflicht, sich zu öffnen und ihre persönlichen, ihre inneren Erfahrungen transparent zu machen.   

 

Im folgenden Beitrag mache ich den Versuch einer phänomenologischen und strukturellen Deutung meines Bewusstseinszustands während des Handauflegens. Die Phänomenologie des Geistes ("das, was ich innerlich wahrnehme, sehe, fühle") ist zunächst immer eine subjektive Interpretation - andere Heiler geben andere Beschreibungen ihres inneren Zustands. Wichtig ist, dass all diese innerlichen Zustandsbeschreibungen als subjektive Deutungen erkennbar bleiben und nicht etwa als endgültige, "objektive" Wahrheiten deklariert werden. Dies vorausgesetzt, sind wir fähig, aus allen subjektiven Beschreibungen etwas Gemeinsames, etwas Grundlegendes, etwas alle inneren Vorgänge Verbindendes destillieren zu können - zum Beispiel die objektive Existenz der relativ gut erforschten "Stufen des Bewussteins". Und dann, so glaube ich, wird es erst wirklich aufregend werden.

 

Ihr

Carsten Rachow

 

Der innere Zeuge in der Tiefe des eigenen Seins

 

(von Carsten Rachow)

 

Eins ist klar: Ich bin nicht passiv, ich bin aktiv. Ich tue etwas, damit etwas anderes passiert. Tue ich nicht, was ich tue, passiert dieses andere auch nicht. Ich versetze mich in einen anderen Bewusstseinszustand, was sehr viel meditative und atemtechnische Übungspraxis voraussetzt. (Ich praktiziere intensive meditative Ver-senkung seit 1995, so dass ich heute recht schnell in den gewünschten Zustand eintreten kann.) Zu Beginn des Handauflegens spreche ich ein stilles Gebet; ob es den Kontakt zu Gott herstellt, weiß ich nicht. Es hilft, mich innerlich zu sammeln und den stetigen Strom meiner Gedanken und Gefühle zu beruhigen, ja zu stoppen - und Raum zu schaffen für ganz neue, ganz subtile Gefühle und Wahrnehmungen. Ob es dann Gottes Liebe oder irgendeine andere "himmlische" Energie ist, die da zu spüren ist, weiß ich nicht. Ich fühle etwas, was sich sehr dünn, sehr leicht und sehr subtil anfühlt, zugleich aber auch - und das ist bemerkenswert - sehr erfüllend, verbindend und wirkmächtig, etwas, was man durchaus als "vertrauende Liebe" oder - in der Sprache der Mystik -  als "die mitfühlende Fülle der Leere" bezeichnen könnte (ein spiritueller Bewusstseinszustand, den jeder fortgeschrittene Zeugen-Meditierende vermutlich sofort wiedererkennen wird).

Das Wilber-Combs-Raster: 7 Stufen und 4 Zustände des Bewusstseins Das Wilber-Combs-Raster: 7 Stufen und 4 Zustände des Bewusstseins

Dieser Zustand ist ein meditativer, ein veränderter, ein spiritueller Zustand - was noch nichts über die "Höhe" des Bewusstseins aussagt, das diesen Zustand erfährt und individuell interpretiert, also über die Bewusstseins-Stufe. Ich interpretiere diesen spirituellen Zustand auf der Höhe meiner aktuellen Bewusstseins-entwicklung (die irgendwo bei "integral" und höher liegen dürfte) und beschreibe meine spirituelle oder religiöse Erfahrung mit Worten wie „sehr subtil, formlos, verbindend“ usw. - und nach dem Wilber-Combs-Raster (siehe Abb.) handelt es sich demnach um formlosen oder kausalen Mystizismus auf der Höhe von "integral" oder "super-integral". (Mehr dazu siehe: "Spirituelle Erfahrungen - warum es viele Christusse gibt" und "Stufen des Bewusstseins")

 

Diese Differenzierung zwischen Zustand und Stufe ist wichtig, denn dann können wir strukturell besser erkennen, was eigentlich das alltägliche, "normale" Ego während des meditativen kausalen Zustands macht. Nun, mein normales Ego ist ein weitgehend auf der Stufe von "integral" verankertes Selbst oder Ich - und bleibt als solches natürlich voll erhalten. Es tritt während des Handauflegens nicht "zur Seite" oder "verschwindet" oder wird "ausgeblendet", sondern es wird - technisch gesprochen - von diesem spirituellen Zustand umhüllt, überschritten (transzendiert) und dabei vollständig umarmt; es bleibt also komplett erhalten und wird vom kausalen Zustand vollständig integriert. Mein "normales" Ego tut in diesem Zustand zwar fast nichts mehr, kann aber jederzeit und blitzschnell aktiv werden (was es auch tut, wenn ich etwa den Klienten während des Handauflegens frage, was er jetzt fühlt oder kleine Atem-Anweisungen gebe.)

 

Beachten Sie bitte: Etwas in mir ist sich beider Phänomene voll bewusst. Etwas in mir beobachtet oder bezeugt sowohl den kausalen, spirituellen Zustand als auch mein normales, integrale Ego. Die Traditionen sprechen hier vom "höheren, wahren SELBST", vom "ICH-Ich", vom "formlosen, einfach seienden Geist", kurz: vom sehr subtilen ZEUGEN, der alle Zustände und alle Stufen einfach nur wahrnimmt und bezeugt. (Zu dieser mystischen Form von Selbstwahrnehmung siehe auch: "Das 1-2-3 Gottes".) 

 

In dieser Form von wacher Bewusstheit weiß ich zu jeder Zeit genau, was ich tue  - und bin damit das glatte Gegenteil von dem so oft zitierten "leeren Kanal" (sofern damit gemeint sein sollte, dass das eigene Ego im "kanalhaftigen" Zustand eigentlich gar nicht anwesend sei - was entwicklungspsychologisch definitiv nur dann möglich wäre, wenn man noch gar kein Ego entwickelt hätte ...) Dies alles ist ein zutiefst aktiver, von meinem integralen Ego gewollter und eingeleiteter Prozess: Ich werde nicht transzendiert, ich tue es selbst. In der Folge spüre ich Wärme, die ich sonst nicht spüre, ein Fließen und Strömen, das ich sonst nicht spüre. Das ist eindeutig eine Form von Energieaktivierung - wie sie ja auch bei mir gemessen wurde (siehe "Handauflegen wirkt").

 

Da ich mich nach dreimaligem Handauflegen nie erschöpft fühle, sondern eher gestärkt (und einige Messungen am SRCMB in Sofia gezeigt haben, dass sich die energetische Stärke meiner Aura nach der Behandlung nicht verringert, sondern sogar erhöht hat), glaube ich nicht, dass ich - im Sinne eines energetischen Substanzverlustes - meine eigenen Energien abgegeben oder verloren habe. Vielmehr nehme ich an, dass hier additiv zu meinen "normalen" Energien noch sehr subtile Energien fließen, die aus dem spirituellen Bewusstseinszustand kommen - und mittels des energetischen Resonanzprinzips beim Klienten diejenigen Selbstheilungskräfte aktivieren, die dessen Körper-Geist-Seele-Einheit benötigt. Insofern ist es völlig korrekt, beim geistigen Heilen von einem Prozess der Energieaktivierung und der Energieübertragung zu sprechen.

 

Die aus meiner und aus der Sicht der Wissenschaft weitaus spannendere Frage ist allerdings weniger das energetische Resonanzprinzip, also die Wirkungsbeziehung, die zwei energetische Körper eingehen können - sondern die Frage der INFORMATION, die dabei übermittelt, übertragen, ausgetauscht oder angeregt wird. Energie ist wegen seiner wellenförmigen Natur definitionsgemäß nur "ein Frequenzereignis in Raum und Zeit" und wir können über die Anzahl der gemessenen Ereignisse pro Zeiteinheit (die Frequenz) etwas aussagen über die energetische Stärke - nicht aber über die Information, die mit einer bestimmten Frequenz übertragen wird. Mit anderen Worten: Wir können aktuell viel über Quantitäten aussagen (Frequenz, Wellenlänge etc.), aber relativ wenig über Qualitäten (Informationen wie etwa Ordnung, Liebe, Hass, Ruhe, Unruhe etc.). 

 

Die Unterscheidung in Zustände und Stufen des Bewusstseins mag auch hier hilfreich werden können, denn die zu untersuchenden Fragen liegen auf der Hand: Bezogen auf die Stufen - welche Informationen übermittelt ein Heiler, der stabil auf der "mythischen", der "rationalen", der "pluralistischen" oder der "integralen" Stufe verankert ist? Und bezogen auf die Zustände - welche Informationen "fließen", wenn einer der vier sprituellen Zustände (grobstofflich, subtil, kausal, non-dual) erfahren wird? Hier gibt es noch viel zu erforschen, und ich bin gerne bereit, meinen Beitrag dazu zu leisten ...

 

 

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Zum Thema "Information" siehe auch: "Geistiges Heilen: Energie und Information"

 

Über die Tatsache, dass Ego, Seele und höheres SELBST gleichzeitig anwesend sein können, erfahren Sie hier mehr: "Über das gesunde Ego"

 

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