Über mediales Fühlen oder Hellfühligkeit
Der folgende Text beschreibt ziemlich genau, was ich seit meiner Kindheit immer wieder erlebte und mir nicht erklären konnte. Falls es Ihnen ähnlich gehen sollte, möge dieser Text Ihnen helfen, Ihre gesteigerte Sensitivität nicht als irritierende Belastung, sondern als bereicherndes Geschenk zu erkennen – und dankbar anzunehmen.
Ihr
Carsten Rachow
(Pete A. Saunders jr. hat Biochemie studiert und am Massachusetts Institute of Technology in Gehirnforschung promoviert. Er ist Gründer von „Free Soul“, einer gemeinnützigen Organisation, die Selbsthilfe-techniken zur Entwicklung außersinnlicher Talente zur Verfügung stellt.)
Mediales Fühlen
(gekürzt zitiert aus: Pete A. Sanders jr., „Die Geheimnisse übersinnlicher Wahrnehmung“, Windpferd 1997,
fett gedruckte und blaufarbige Hervorhebungen von Carsten Rachow)
Bestimmt hast Du es auch schon einmal erlebt, dass Du eine gefährliche Situation im voraus geahnt hast, noch bevor die Gefahr offensichtlich wurde? Oder Momente nach dem Aufwachen, in denen Du gespürt hast, dass an diesem Tag etwas wundervolles passieren würde, und es tatsächlich eintraf? Diese ganzen inneren Empfindungen, von denen Du gedacht hast, es seien „Gefühle aus dem Bauch“ oder „Instinkte“, sind in Wirklichkeit übersinnliche Eindrücke, die Du von dem Dich umgebenden Energiefeld aufgenommen hast. ("Übersinnlich" sind nach herkömmlichem Verständnis derartige Eindrücke natürlich nur insofern, als dass sie von den "normalen" fünf Sinnen - sehen, hören, riechen, tasten, schmecken - nicht vermittelt werden. Bleibt unser Bewusstsein auf die von diesen Sinnen vermittelten Informationen (das "Außen") beschränkt, fehlt in der Tat die innere Wahrnehmung subtilerer Informationen. Öffnet und weitet sich hingegen unser Bewusstsein, wird aus einer "übersinnlichen" eine sinnliche Wahrnehmung, die in etwa so normal ist wie riechen oder schmecken. Die Begriffe "Intuition" oder "inneres Wissen" beschreiben diese subtilen Eindrücke für meinen Geschmack zutreffender - und beide Phänomene sind regelmäßig die Folge zunehmender psychischer Bewusstheit, nicht zunehmender "Körperfühligkeit".)
Alle Menschen, Plätze und Objekte senden ständig Schwingungsmuster aus, und Dein physischer Körper ist wie eine große Antenne, die in der Lage ist, sie zu registrieren und ihre Bedeutung in innere Gefühle umzuwandeln … (Und genau hier liegt der Hase im Pfeffer und Saunders erkennt offensichtlich Folgendes nicht: Du registrierst nicht "Bedeutung" und wandelst diese dann in "innere Gefühle" um, denn Bedeutung liegt nicht da draußen irgendwo in der Luft. Was von außen kommt, sind Informationen, Impulse, Eindrücke, aber keine Bedeutungen. Was eine Information bedeutet (und was nicht), liegt einzig im Geiste des Wahrnehmenden - und dieser entwickelt sich über verschiedene Stufen oder Ebenen. Und jede Stufe liefert andere Bedeutungen. Innere Wahrnehmungen werden vom Wahrnehmenden gedeutet, und erst dann entsteht Bedeutung. Wenn die aufgenommene Information sich wie "Leid" anfühlt, handelt es sich dann um Mitleid oder Beileid? Um emotionales Leid oder um das Leid der Seele? Die angemessene Interpretation solch subtiler Eindrücke muss erlernt und immer wieder geübt werden - und erfordert mentalen Geist, weniger physischen Körper. Der physische Körper mag eine "große Antenne" sein und äußere Energien registrieren, aber was er dann in "eigene Gefühle umwandelt", sind die eigenen Bedeutungen, die man der Information verliehen hat. Kurz: Was mir unbedeutend erscheint, wird auch nicht zu meinem Gefühl. Noch knackiger: Wenn ich "Leiden" in mir fühle, dann, weil ich leide - nicht, weil die Menschen um mich herum leiden.)
Wenn Du natürlich begabt in medialem Fühlen bist, wird Dein Persönlichkeitsprofil etwa so aussehen (Beachten Sie: Jedes "Profil" folgt einer Typologie - und die beschreiben "horizontale" Typen-Varianten. Aber es gibt mindestens sieben Hauptstufen der menschlichen Ich-Entwicklung - und auf jeder Stufe die horizontalen Typen. Mit anderen Worten: Dein "Persönlichkeitsprofil" wird nur auf EINER dieser Stufen so aussehen wie unten dargestellt. Um den Unterschied erkennbar zu machen, finden Sie in blauer Farbe das mögliche Profil auf einer der transpersonalen Stufen.)
- In erster Linie bist Du besorgt um und interessiert an anderen Menschen.
- Du bist nicht in Sorge. Du bist erst dann "interessiert" im Sinne von helfen wollen, wenn Du dazu den Auftrag erhalten hast. Ansonsten hast Du vorbehaltlos Interesse an allem, was in Dir auftaucht.
- Du kannst es normalerweise fühlen, wenn andere wegen etwas beunruhigt sind.
- Weniger körperlich "fühlen" als vielmehr im eigenen Bewusstsein wahrnehmen - sofort, blitzschnell, eher wie ein Gedanke, wie ein inneres Wissen. Dein Körper kann dabei relativ unbeteiligt sein.
- Du bist gerne bereit, etwas von Dir zu geben, um zu helfen.
- Ja, wenn der andere Dir dazu seine Erlaubnis gibt. Jedenfalls wartest Du nicht "sprungbereit" darauf, jeden mit Deinem "sorgenden Interesse" zu beglücken.
- Du vertraust ohne weiteres auf Deine Gefühle.
- Du vertraust Deinem Körper, Deinen Gefühlen, Deinem Geist und Deiner Seele.
- Du versuchst, für andere eine gefühlsmäßig ungezwungene Umgebung zu schaffen.
- Woher weiß ich, was für andere "ungezwungen" ist? Du versuchst, einfach ZU SEIN.
- Du erwartest von anderen, dass sie sich genauso sehr um Deine Gefühle kümmern.
- Nein, niemals. Das ist prärationaler, egozentrischer und häufig infantiler Narzissmus: "Ich bin nett zu Dir, also sei es auch zu mir." Du erwartest gar nichts. Punkt.
Medial Fühlende müssen sich zur gleichen Zeit jedoch gegen die übersinnliche Umweltverschmutzung in ihrer Umgebung schützen, die in Form von Schwingungen auf sie einstürmt. Viele Deiner negativen Gefühle wie Spannung, Depression oder Angst, sind eigentlich gar nicht Deine. Hier irrt Saunders: "Meine" negativen Gefühle sind genau das, meine Gefühle. Fühle ich Angst in mir, fühle ich meine Angst. Es sind die Gefühle anderer Menschen, die Du aufnimmst. (Vorsicht, dünnes Eis: Es existiert ein fundamentaler Unterschied in der Wahrnehmung meiner eigenen Angst und der Angst, die ein anderer Mensch fühlt und die ich "mitfühlen" kann: Meine Angstgefühle sind mir deutlich näher als etwa das durch Mitgefühl vermittelte Angstgefühl, das ein anderer hat. Grund: Bei Mitgefühl weiß ich, dass ich etwas "mit-fühle". Ich kann es geistig, emotional und körperlich mehr oder weniger trennen von meinen eigenen Gefühlen. Wer das aber nicht erkennt, läuft Gefahr, all seine eigenen Ängste auf die Schwingungen anderer abschieben zu wollen - und so lässt sich spielend leicht von Eigenverantwortung ablenken. Nicht gut.)
Mediales Fühlen ist der übersinnliche Kanal, der am häufigsten mit einer körperlichen Empfindung verbunden ist. … Obwohl Dein ganzer Körper als Antenne für das mediale Fühlen dienen kann (deswegen kannst Du es fühlen, wenn sich jemand von hinten anschleicht), liegt der Brennpunkt im Bauch und zwar vom oberen Teil des Zwerchfells bis direkt unter dem Nabel, genauer gesagt dem Solarplexus.
In der Metaphysik östlicher Glaubenssysteme geht man … davon aus, dass der Solarplexus das Energiezentrum (oder Chakra) ist, welches am engsten mit Kreativität und Emotionen verbunden ist. Dies soll der Ort sein, an dem die spirituellen und körperlichen Welten zusammenkommen. (Tatsächlich vermittelt jedes Chakra "zwischen den Welten", nicht nur das dritte Chakra. Siehe dazu: Teil 3 Theorie der subtilen Energien - "Details, Reinkarnation, Chakren")
Obwohl der Solarplexus der wesentlichste übersinnliche Wahrnehmungsbereich für das mediale Fühlen ist, kannst Du auch Deine Hände benutzen, um direkteren Kontakt mit dem, was Du fühlen willst, herzustellen. Übersinnliche Schwingungen bewegen sich von Deinen Händen durch den Körper zu Deinem Bauch, wo sie verstärkt werden. Diese Technik wird Psychometrie genannt …
Wenn Deine Stärke das mediale Fühlen ist, würdest Du zuerst das Energiefeld der anderen Person erfühlen, um herauszufinden, ob es sich für Dich angenehm anfühlt. Was Du unbewusst eigentlich tust, ist die Aura der anderen Person wahrzunehmen.
Die Gabe des medialen Fühlens
Vorteile:
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Der natürlichste der medialen Sinne.
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Der am einfachsten zu entwickelnde mediale Sinn.
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Der beste mediale Sinn, um feine Energiemuster zu erkennen und zu deuten.
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Der beste mediale Sinn, um mit anderen mitzufühlen und sich auf sie einzustimmen.
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Der beste mediale Sinn, um persönlichen Schutz und Sicherheit zu überwachen.
Nachteile:
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Der mediale Sinn, der am leichtesten die Negativität anderer aufnimmt.
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Der am schwersten auszuschaltende oder auszublendende mediale Sinn.
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Der mediale Sinn, der es einem schwer macht, losgelöst zu bleiben.
Menschen, deren Stärke das mediale Fühlen ist
Stärken:
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Sie sind am empfänglichsten für die Gefühle anderer.
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Sie sorgen dafür, dass Leben und Arbeit sich angenehm und lebenswert anfühlen.
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Sie geben aufrichtig von sich selbst und sind „menschliche“ Menschen.
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Sie sind flexibel und anpassungsfähig, da sie alle Menschen glücklich machen möchten.
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Sie vertrauen ihren Gefühlen und sie „fühlen“, wenn etwas nicht in Ordnung ist.
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Sie sind darin die Besten, subtile Signale wahrzunehmen.
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Sie sind die besten Umarmer.
Schwächen/Worauf man achten muss:
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Sie nehmen sowohl die positiven als auch die negativen Gefühle anderer Menschen auf.
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Sie neigen dazu, medial überladen zu sein.
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Sie können überemotional oder leicht von Gefühlen überwältigt werden.
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Sie sind sehr anfällig dafür, durch Zurückweisung verletzt zu werden.
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"Nicht alles, was Pete Saunders hier als 'Stärke' oder 'Schwäche' vorstellt, kann ich aus eigenem Erleben bestätigen - aber die Tendenz unterschreibe ich sofort. Tatsächlich gibt es Menschen, die - auf welche Weise auch immer - innere Eindrücke oder Gefühlserfahrungen haben, die andere Menschen nicht haben. Bitte gehen Sie Ihren Erfahrungen auf den Grund - lassen Sie sich nicht von anderen Menschen veralbern oder für "verrückt" erklären. Je bewusster Sie sich Ihre inneren Eindrücke machen, desto stärker und genauer werden sie."