Das Mysterium der Selbstheilung
(Interview mit meinem Selbst.
Über Fragen, die mir gestellt wurden und die ich mir selbst stellte.
Mit Antworten, die ich selbst und die Fragenden als hilfreich empfanden.
Stand: Februar 2010, Carsten Rachow, Frankfurt am Main)
Carsten, beginnen wir mal mit einer leichten Frage: Wie funktioniert Selbstheilung und was muss ich dafür tun?
Witzbold …
Was ist denn los mit Dir? Ich dachte, Du hältst ein wenig Humor, ein wenig Freude und Spaß für wichtige Elemente eines gesunden Lebens? Okay, dann eben ernsthaft …
Nun beruhig’ Dich mal wieder. Lachen ist gesund, schmunzeln tut gut. Deshalb „Witzbold“. Ich dachte, diese trockene Antwort könnte ein guter Einstieg für ein solch komplexes Thema sein. Ich bin ganz bei Dir: Versuchen wir doch einmal, das Thema „Selbstheilung“ etwas lockerer, leichter, nicht so angestrengt oder gar „verbissen“ anzugehen. Was möchtest Du wissen?
Ich versetze mich in die Lage eines Kranken. Überall höre und lese ich, dass so etwas wie Selbstheilung möglich sei, bloß bei mir scheint es nicht richtig zu klappen. Da möchte ich doch wissen, wie so etwas funktioniert und was ich konkret dazu tun kann, oder etwa nicht?
Du hast völlig Recht. Das ist ein ziemlich verzwicktes Thema geworden, einfach deswegen, weil sich nahezu jeder berufen fühlt, darüber etwas zu sagen – was ich begrüßenswert finde. Diese blühende Vielfalt ist an sich nichts Schlechtes; unter anderem zeigt sie uns das große Interesse am Thema „Selbstheilung“. Wir sollten uns vielleicht nur bemühen, gelegentlich ein wenig Klarheit und Ordnung in diesen Dschungel an Selbstheilungsvorschlägen zu bringen.
Bitte, nur zu.
Prüfe Dich bitte selbst: Woran denkst Du automatisch, wenn Du damit beginnst, Dich selbst heilen zu wollen? Wo bist Du dann, wo ist Dein Sein?
Hmmh, bei meinem Körper, denke ich. Ja, ich habe schließlich eine körperliche Erkrankung und die will ich loswerden. Ich bin bei meinem Körper.
Gut. Wenn wir nun die so wichtige Unterscheidung von "Innen" und "Außen" einführen, dann bist Du, wenn Du bei Deinem Körper bist, im "Außen". Du überlegst vielleicht, mehr Sport zu treiben, Vitamine zu essen, weniger Fleisch und so weiter, kurz: Du möchtest Deinen äußeren Körper mit äußerlichen Maßnahmen gesunden. Nun frage ich Dich: Wo wärst Du, wenn Dein Körper keine Krankheitssymptome zeigen würde, wenn nichts schmerzen und nichts wehtun würde?
Ich wäre nicht bei meinem Körper. Ich würde mich gar nicht selbst heilen wollen, ich wäre ja gesund.
Ich danke Dir für Deine Aufrichtigkeit. Tatsächlich geht es wohl den meisten Erkrankten so: Selbstheilung bedeutet für sie, irgendwie den eigenen Körper wieder gesund zu bekommen - mit "äußerlichen" Mitteln. Und aus dieser logischen, leider aber unvollständigen Überlegung, entsteht dann - wie ich gleich zeigen werde – der Wunsch nach irgendwelchen Techniken, Methoden und Übungen, die einen zu einem gesunden Körper führen. Meistens funktioniert das dann nicht, und … na ja, der eine rennt in die Bücherei und kauft den nächsten Selbstheilungsratgeber und der andere schmeißt frustriert die Brocken hin. Beides müsste nicht sein, würden wir alle eine etwas vollständigere, etwas reifere Sicht auf die Kräfte der Selbstheilung haben.
Ich vermute mal, Du möchtest jetzt auf die verschiedenen Ebenen hinweisen, also etwa auf Körper, Geist, Seele und GEIST?
Gut vermutet. Tatsächlich ist es doch so, dass ich körperlich im funktionellen Sinne noch gesund, noch „in Ordnung“ sein kann, obwohl ich bereits erkrankt bin, in „Unordnung“ bin. Schau’ ich mir dann meinen Körper an, was finde ich dort? Nichts. Aber schon 6 Monate später kann das körperliche Symptom spürbar sein. Selbstheilung darf ich nicht auf die körperliche Ebene verengen, das scheint mir ein erster wichtiger genereller Hinweis zu sein. Und Selbstheilung darf ich nicht auf die Anwendung äußerlicher Mittel reduzieren, das ist der zweite wichtige Hinweis.
Sondern?
Selbstheilung ist ein immerwährender Prozess im Innen und im Außen. Die heilende Medizin des Innen hat einen Namen, kostet nichts und ist immer in Dir: Bewusstheit. Schau’ Dir bewusst, aufrichtig und immer wieder alle für Dich erkennbaren Seinsebenen an. Schau Dir Deine Gefühlswelt an, lass den lichten Strahl von Bewusstheit auf Deinen Geist, auf Deine Art zu denken, fallen. Fühle aufrichtig, ob Deine Seele dürstet - nach mehr als gutem Körpergefühl und nach mehr als trockener Rationalität, Konformität und selbstbezogener Wärme. „Wer suchet, wird finden“, hieß es einmal vor zweitausend Jahren, und heute können wir im Lichte moderner Forschung ergänzen: Wer auf allen Ebenen sucht, wird auf allen Ebenen fündig. Und wer in seiner Innerlichkeit auf allen Ebenen sucht, wird ganz besonders fündig.
Okay, und was genau finde ich auf jeder inneren Ebene im Kontext von Selbstheilungen? Was genau begegnet mir dort und wie kann ich das für mich nutzen?
Jetzt nähern wir uns dem eigentlichen Mysterium von selbstheilenden Kräften, jedenfalls so, wie ich es verstehe. Wenn ich die Anwesenheit verschiedener Ebenen in mir akzeptiere, etwa, weil ich tatsächlich fähig bin, mit jeder Ebene mehr oder weniger intensiv in Kontakt zu kommen, dann könnte mir vielleicht die Einsicht dämmern, dass jede Ebene ihre eigene selbstheilende Medizin kennt, nicht wahr? Also: Nicht ein „Medikament“, nicht eine Technik, nicht eine innere Haltung für alle Ebenen, sondern eben verschiedene innere „Wirkstoffe“. Wenn ich soweit bin, bin ich weit gekommen.
Es gibt eine Körper-Medizin, eine Geist-Medizin, eine Seelen-Medizin?
Genauer: Es gibt eine innere Körper-Medizin, eine innere Geist-Medizin, eine innere Seelen-Medizin. Liegt diese - im Übrigen gesicherte Erkenntnis - denn so weit weg? Jede Ebene hat ihren speziellen Hunger, braucht ihre spezielle Nahrung. Und die selbstheilende Frage, die sich mir nun stellt, ist nahe liegend: Was in Gottes Namen braucht MEIN Körper, was brauchen MEINE Gefühle, was benötigt MEIN Geist? Ich habe „MEIN“ groß gesprochen, denn wenn ich mich mit meinem eigenen Sein, mit meinem eigenen Selbst beschäftige – und genau da will ich ja hin, zur Selbst-Heilung -, dann sollte mir bewusst werden, dass ich genau das herausfinden sollte: Was fehlt meinem Körper, meinem Gefühl, meinem Denken über die Welt? Selbstheilung erkennt, dass alle gutmeinenden Empfehlungen, alle fürsorglichen Hinweise anderer – also auch meine Hinweise – genau das sind, anregende Empfehlungen und orientierende Hinweise. Mehr aber nicht. Das, was für meine Innerlichkeit richtig und helfend ist, muss nicht für Dich helfend sein. Aus dieser Erkenntnis folgt ein schlichter Imperativ: Finde Dich selbst! Suche Deine eigenen Antworten!
Du forderst eine ganze Menge, nicht wahr?
Das eigene Leben ist ja auch eine ganze Menge wert, oder etwa nicht? Jeder Mensch sollte SEIN Leben leben und nicht das Leben eines anderen. – Gehen wir weiter auf unserem Weg zu mehr Ordnung, mehr Bewusstheit, mehr Selbstheilung. Wenn ich nun soweit bin, dass ich verschiedene Ebenen erkenne, dass ich verschiedene innere Wirkstoffe akzeptieren kann und dass ich mich darauf freue, eigene Antworten finden zu dürfen, dann kann ich etwas sehr Kluges tun, nämlich den Hinweisen all derjenigen folgen, die diesen Weg schon gegangen sind. Schauen wir uns also einmal die Ebene des Körpers an - von innen, mit Hilfe meines Gefühls, meiner Achtsamkeit: Was finde ich dort? Wonach dürstet mein Körper? Welcher Wirkstoff hält ihn in Ordnung?
Ich weiß nicht, gute Ernährung, ausreichende Bewegung, frische Luft und dergleichen?
All diese Wirkstoffe sind "äußere" Wirkstoffe, sehr wichtig, aber eben nicht alles - und vor allem, nicht MEINE Wirkstoffe. Wer entscheidet darüber, was „gute“ Ernährung für meinen Körper ist? Wer entscheidet darüber, was „ausreichende“ Bewegung für meinen Körper ist? Der 17. Ernährungsratgeber, die 25. Kalorientabelle – oder ich selbst? Muss ich mich bewegen wie der trainierte Nachbar, der jede Woche 20 Km im Park herumläuft – oder reichen mir einige Spaziergänge? Worauf ich verweise, ist Dein eigenes Selbst. Finde heraus, was Deinem Körper gut tut, aber tue dies aufrichtig, nach eigenem Ermessen, immer wieder. Und nun zum Mysterium des Körpers: Denn wenn ich all das tue, wenn ich anfange, meinen eigenen Maßstäben bezüglich meines Körpers zu folgen, was tue ich dann eigentlich wirklich? Was beginne ich zu entwickeln?
Vertrauen, nicht wahr?
Sehr gut. Wirklich sehr gut. Ist das nicht offensichtlich? Ich beginne zu vertrauen. Mir selbst. Den natürlichen Regelungssystemen und Bedürfnissen meines eigenen Körpers. Eine Schnittwunde am Finger verheilt unter dem stützenden Pflaster von ganz allein, ich weiß das, ich vertraue meinem Körper, ich schaue nicht jede Stunde misstrauisch unter dem Pflaster nach, was da wohl passiert. Die innere Medizin des Körpers heißt nicht Kalorientabelle, Vitamine, Body-Mass-Index oder Biokost, sie heißt Vertrauen.
Habe ich dies einmal erkannt, passiert etwas Erstaunliches: Der „Wirkstoff“ Vertrauen beginnt tatsächlich zu wirken. Er entwickelt sich. Ich entwickle mich. Ich werde mir meines Körpers mit zunehmendem Vertrauen immer stärker bewusst. Ich integriere meinen Körper. Ich werde „eins“ mit ihm. Ich lerne, ihn zu fühlen, seinen subtilen "Meldungen" zu vertrauen. Und mein Vertrauen wird zurückgezahlt: Mein Körper vertraut mir. Viele Diäten scheitern genau an diesem inneren Punkt: Der Körper vertraut dem von außen auferlegten neuen Nahrungsprogramm nicht. Er deutet die - oft unsichere - Entscheidung meines Geistes, der Kalorientabelle folgen zu wollen, als reduzierte Kalorienzufuhr und damit als drohende „Hungerphase“ – und legt erst recht Vorräte an, wertet die Nahrung noch konzentrierter aus und lauert nur darauf, bei erster Gelegenheit wieder richtig zuzuschlagen, weshalb viele Diäten mit einem höheren Gewicht enden als sie begonnen hatten. Vertraut der Körper jedoch, vollzieht sich ein müheloser Regulierungsprozess. Ich z.B. habe gerade 4,5 Kilo „Weihnachtsspeck“ an Gewicht verloren in etwa 6 Wochen – völlig mühelos, ohne irgendeine „gewaltsame“ Nahrungsumstellung. Ich hatte lediglich Absicht und Wunsch – den Rest hat mein Körper ganz allein umgesetzt.
Du willst sagen, er hat von sich aus andere „Hungersignale“ gesetzt, hat einfach selbst entschieden, was nötig sei, um 4,5 Kilo zu verlieren?
Hört sich das so seltsam an? Dein Körper produziert jeden Tag Millionen neuer Körperzellen ohne Deine Erlaubnis einzuholen. Du erneuerst Dich materiell jeden Moment. Andererseits folgt Dein Körper auch Deinem Geist: Kein Arm hebt sich von allein, dazu braucht es den Wunsch einer höheren Ebene. Das alles passiert mühelos, sich selbst vertrauend, ungestört. Wir können auf der körperlichen Ebene alles Mögliche veranstalten, aber ohne wirkliches Vertrauen wird nicht viel dabei herauskommen, fürchte ich. Je vertrauensvoller Körper und Geist verbunden sind, desto müheloser vollzieht sich alle Regulierung. Natürlich haben wir es auch hier mit einem Prozess zu tun, je nach individuellem Standpunkt: Der eine ist näher dran an seinem Körper als der andere. Ich empfehle also nicht, von heute auf morgen alles zu verändern, sondern im Gegenteil sehr behutsam damit anzufangen, den eigenen Körper zu ertasten, zu erfühlen, kurz: Vertrauen aufzubauen. Der Weg dorthin kann gelehrt werden, doch wie sich mein Vertrauen anfühlt, das kann nicht gelehrt werden, das muss ich selbst herausfinden.
Und wie sieht es auf den anderen Ebenen aus? Was sind die inneren „Wirkstoffe“ für den Geist, die Seele und so weiter?
Nun, da gibt es noch die Ebene der Gefühle. Wenn ich „Körper“ sage, meine ich die eher „materiellen“ Körpergefühle, also die Signale, die der Körper von sich aus sendet: nach Nahrung, nach Wärme, nach Sex, nach Bewegung oder Ruhe. Wenn ich „Gefühle“ sage, meine ich die höheren Gefühle, die nicht durch die Bedürfnisse des Körpers erzeugt werden. „Hunger“ oder „sexuelle Lust“ sind Körpergefühle; dagegen sind „Wut“ und „Trauer“ höhere Gefühle, sie stammen nicht aus der Körperebene. Ich spüre zwar meine Wut körperlich – wie ich jedes stärkere Gefühl körperlich spüren kann -, aber das bedeutet nicht, dass es von dieser Ebene stammt, okay?
Nun, wenn ich beginne, in Kontakt mit meinen Gefühlen zu kommen, dann passiert wieder etwas total Simples: Bewusstheit. Ich werde mir einfach bewusst, dass da eine ganze Menge an Wut, Groll, Trauer, Verzweiflung und so weiter in mir ist. Ich gestehe mir einfach die Existenz dieser Gefühle ein. Ich nehme sie an. Ich werde nie wieder behaupten, ich hätte all diese „bösen“ Gefühle nicht, denn das wäre eine schlimme Lüge. Ich beginne also, diese Gefühle als zu mir gehörig zu erkennen. Ich mache aus mir und meinen Gefühlen "eins". Allein das wirkt schon befreiend und heilend. Denn nun nähern wir uns dem 2. Mysterium, dem „Wirkstoff“ für die Gefühlsebene. Was heilt mich hier?
Akzeptanz? Annahme? Bewusstheit?
Alles richtig, alles wichtig, aber alles noch nicht tief genug. Schau genau hin: Was bedeutet es – der Hinweis auf „Tiefe“ oder „fehlende Tiefe“ verweist immer auf zusätzliche Bedeutung, auf die schlichte Frage: „Was bedeutet das?“ -, wenn ich etwas völlig bewusst akzeptieren kann, etwas annehmen kann? Was passiert hier wirklich, was kommt ans Licht, was vorher im Dunklen lag?
Oh Mann, das ist schwer … keine Ahnung.
Die Antwort fällt leichter, wenn wir die Frage genauer, bewusster, formulieren. Also nicht nur: „Was bedeutet es, etwas annehmen und akzeptieren zu können?“ sondern: „Was bedeutet es, ein Gefühl von mir annehmen zu können?“ – Siehst Du den Unterschied? Ich akzeptiere nicht irgendein Gefühl, sagen wir Wut, ich akzeptiere MEINE Wut. Wut ist in mir, ich bin diese Wut. Und diese Tiefe der Erkenntnis hilft mir. Denn jetzt fühle ich eine neue Qualität in mir, die so vorher nicht da war. Diese Qualität hat einen Namen. Er lautet: „Aufrichtigkeit“. Und genau das ist der mysteriöse innere Wirkstoff für die Ebene der Gefühle. Aufrichtigkeit zu Dir selbst macht Dich "sehend", weshalb einer, der dies schon vor zweitausend Jahren erkannt hatte, sagte: "Wenn du den Balken aus deinem Auge herausholst, dann wirst du sehend, um den Splitter aus dem Auge deines Bruders zu entfernen."
Aufrichtigkeit als Medikament zur Selbstheilung? Vorher nanntest Du Vertrauen beim Körper, jetzt Aufrichtigkeit bei den Gefühlen …
Ja, was zum Teufel soll ich denn sonst finden in meinem Selbst? In meiner Innerlichkeit finde ich keine Biologie, keine Chemie, keine Physik. Das alles finde ich im Außen. Innen jedoch finde ich Bedeutung, Qualität, Tiefe – z.B. Vertrauen zu meinem Körper, z.B. Aufrichtigkeit zu meinen Gefühlen. Genau so wirkt Selbstheilung: von innen nach außen.
Selbst-Heilung ist ein innerer Weg. Das heißt nicht, dass "äußere" Wege nicht mehr gegangen werden müssen. Das heißt nicht, auf Salben, Kräuter, Medizin, ärztliche Therapie zu verzichten. Es heißt, äußere Wege durch innere Wege zu ergänzen. Manchmal braucht es mehr Einwirkung von außen, wie etwa bei einem Beinbruch, manchmal mehr Einwirkung von innen. In keinem Falle sollten wir aber "einäugig" agieren und nur eine Seite verfolgen. Wenn wir diesen integralen Weg gehen, werden wir erstaunliche Entdeckungen auf allen inneren Ebenen machen, denn die inneren Kräfte sind stärker, als mancher zu glauben vermag.
Und ich nehme mal an, dazu gibt es dann auch spezielle Übungen oder Techniken, um diese inneren Medikamente entwickeln zu können?
So ist es. Eine innere Übung sagt Dir nicht, wie sich Dein Vertrauen anfühlen oder wie weit Deine Aufrichtigkeit zu Dir selbst gehen soll, sie sagt Dir nur, welche Richtung Du einschlagen sollst. Der innere Heiler ist zutiefst individuell. Du selbst bist dieser Heiler, diese Heilerin. Aber ohne Vertrauen und ohne Aufrichtigkeit wird es nichts mit Selbstheilung, das sollte klar geworden sein.
Heißt Aufrichtigkeit, dass ich meine erkannten Gefühle anderen Menschen mitteilen soll, also ihnen ehrlich und aufrichtig sagen soll, was ich jetzt so fühle?
Wozu? Ich muss jetzt nicht bei jeder Gelegenheit auf dem öffentlichen Marktplatz rumlaufen und meinen Ärger kundtun. Viel wichtiger ist es, mir zunächst selbst immer wieder aufrichtig zu sagen, was ich gerade fühle. Durch diesen Akt der Bewusstheit verliert jedes Gefühl an Sprengkraft. Ich kann dies auch mit kompetenter Begleitung im vertraulichen Dialog machen. Meine Aufrichtigkeit – einmal aufgetaucht - wird sich aber nun gelegentlich öffentlich bemerkbar machen, weil ich jetzt den Mut habe auszusprechen, wie ich fühle. Ich werde nun sagen: „ICH fühle jetzt Ärger in mir, weil ich wirklich nicht verstehen kann, wie …“ Was ich dagegen nicht mehr sagen werde, ist: “Nein, das ärgert mich gar nicht“, obwohl sich in mir alles gerade zusammenzieht.
Aufrichtigkeit befreit. Ich vergeude weniger Energie damit, meine Gefühle zu verbergen oder sie – weil ich sie verleugnete – auf andere zu projizieren. Ich atme durch und atme aus – ja, so fühle ich, und verdammt noch mal, so bin ich eben jetzt: wütend. Und siehe da, jetzt passiert ein kleines Wunder, das Wunder verstehender Intersubjektivität: Die Leute verurteilen Dich nicht (jedenfalls nicht alle) für Deine Aufrichtigkeit, denn sie selbst spüren, dass es ihnen nicht anders ergeht. Auch sie sind mal wütend, aber sie trauen sich nicht, dies einzugestehen. Jetzt kommst Du und sprichst Deine Wut aus – dieser Mut hilft also nicht nur Dir, er hilft auch den anderen. Ganz davon abgesehen, dass offen gelegte Wut zur Klärung in der Welt beiträgt: Sie verfliegt dann auch recht schnell, sie erzeugt Verständnis, man kann dann wieder sachlich miteinander reden. Nicht so unterdrückte, uneingestandene, verleugnete Wut. Diese belügt nicht nur mich, sondern auch den anderen. Finde den Balken in Deinem Auge, entferne ihn und Du wirst "sehend".
Können wir noch kurz auf die Wirkstoffe für Geist und Seele eingehen?
Gerne. Ohne das jetzt detaillierter herzuleiten, möchte ich gleich die beiden Wirkstoffe für diese Ebenen nennen: der Geist braucht „stärkende Größe“, die Seele benötigt „göttliche Liebe“ oder, was es auch trifft, „Liebes-Gewissheit“. Ich hoffe, dass allein die Nennung dieser Wirkstoffe bei Dir jetzt etwas auslöst, oder etwa nicht?
Oh ja, ich dachte sofort, da ist was dran.
Richtig, denn jeder Mensch fühlt und denkt ähnlich, weil sich in jedem Menschen nur EIN GEIST verkörpert und ausdrückt. Warum benötigt der mentale Geist „stärkende Größe“? Weil das seine Bestimmung, sein Daseinszweck ist, weil er genau dafür geschaffen wurde. Der Geist soll unterscheiden, bewerten, beurteilen, richtig und falsch erkennen, über gut und böse nachdenken. Der Geist ist als unterscheidender Verstandesgeist der wichtigste Mittler zwischen Körper und Seele. Und wann lacht der Geist, wann fühlt er sich gut an? Wenn er für sich selbst etwas als richtig, als gut, als angemessen, als wahr erkannt hat, kurz: wenn er seine eigene Weise, die Welt zu sehen, als irgendwie „in Ordnung“ erkannt hat. Ein gesunder Geist ist – subjektiv und auf seiner Ebene der Entwicklung – ein Geist, der sich stark und irgendwie „groß“ fühlt. Entsprechend kennen wir eine Menge Krankheitsbilder, wenn genau das nicht der Fall ist, wenn ein Mensch sich also schwach und klein fühlt.
Wenn Du das erkannt hast, gibt es eine einfache „goldene Regel“, um Menschen auf ihrem Weg zur Selbstheilung zu helfen: Helfe ihnen, größer und stärker zu werden! Erinnere sie an ihre Einzigartigkeit, an ihre Schönheit – und nicht an ihre Defizite und Schwächen. Natürlich soll man sich auch seiner Schwächen bewusst werden, aber man sollte dies aus einer Position der Stärke tun und nicht, wenn man noch am Boden liegt.
Alle Ansätze des „positiven Denkens“ wurzeln in dieser richtigen Erkenntnis, neigen dann aber leider dazu, die Medizin dieser Ebene auf alle Ebenen anwenden zu wollen. „Positiv“ denken wird dann etwa sehr schnell zur Verleugnung „negativer“ Gefühle, was schlicht und einfach Krankheit auf dieser Ebene nicht beseitigt, sondern fördert.
Aber ich höre doch immer, um erleuchtet, um befreit, um "gesund" zu werden, solle man das Ego gerade nicht stärken, nicht "groß" machen“, im Gegenteil, dies sei gerade das größte Hindernis für die weitere Entwicklung?
Frage Dich bitte: Ist der Tod eher eine leichte oder eine schwere Angelegenheit? Braucht es Mut und Kraft, um dem eigenen Tod zu begegnen oder geht das mal eben so nebenbei? Die Transzendenz des Egos ist ein "kleiner Tod" zu Lebzeiten: Du lässt nach und nach all die Dinge los, die bislang Deinem Ego Sinn, Wert und Kraft gegeben haben. Du erkennst, dass Du "mehr" bist als dieses Ego. Du beginnst, Dich von diesem Ego zu ent-identifizieren. Und, Freunde, DAS kostet Kraft, braucht Mut, Wille und Disziplin. Du warst bislang immer mit Deiner attraktiven Weiblichkeit identisch? Plötzlich willst Du genau das nicht mehr. Du warst stolz auf Deine hohe Rationalität, sie gab Deinem Ich Halt und Festigkeit? Vorbei, nun möchtest Du Dich selbst nicht mehr als Rechthabender sehen. Deine Ich-Stärke resultierte aus Deinem wirtschaftlichen Erfolg? Wie unwichtig. All das "stirbt" nun, es erscheinen jenseits des alten Egos neue Werte, neue Bedeutungen, neue Perspektiven. Glaubst Du ernsthaft, ein schwacher Geist, ein kleines Ego könne seinem eigenen Tod bewusst in die Augen schauen - und den Weg weitergehen, obwohl es in jeder Pore spürt, dass sich hier etwas fundamental verändert?
Die meisten, die allermeisten Menschen schaffen das nicht. Sie zucken zurück, sie können nicht loslassen. Die Transzendenz wird verweigert. Aus Angst und Schwäche. Deshalb: Sei zunächst ein großer, starker und erkennender Geist! Pumpe Dich voll mit Kraft und Mut und Wille - und dann erzittere bis hinein in Deine Knochen, wenn Du merkst, jetzt beginnt es, jetzt geht es los - das Loslassen gerade dieser Stärken, dieser Identifikationen. "Das Tor zum Himmelreich gleicht einem Nadelöhr" - hier hast Du es.
Jesus forderte den reichen Jüngling, der ansonsten "frei von Sünde" war, nur auf, seinen Reichtum loszulassen - vorbei, Schluss, Ende der Identität als Reicher. Doch der Geist des Jünglings, sein Ego, war noch nicht groß und stark genug, um die Kraft zum Loslassen aufbringen zu können. Dabei ging es Jesus gar nicht um den Reichtum; es ging ihm darum, die starke Identifikation des Jünglings mit diesem Reichtum zu lösen. Du kommst nicht deshalb nicht in das Himmelreich, weil Du reich bist; Du kommst nicht zu Gott, weil Dein Ego an diesem Reichtum hängt, sich damit weitgehend identifiziert. Gleiches gilt für Armut: Solange Du Dich mit deiner Armut identifizierst, wirst Du Gott nicht näher kommen. Und die von Jesus geforderte Ent-Identifizierung kostet Kraft, viel Kraft. Man muss sehr stark sein , man "stirbt" wirklich ...
Heißt es nicht auch „ein gesunder Geist in einem gesunden Körper“?
Ja, und der Volksmund hatte schon immer ein Gespür für tiefere Wahrheiten, ohne sie im Detail benennen zu können. Aber darauf kommt es an, auf das entscheidende Detail auf jeder Ebene. Der Körper braucht mein Vertrauen, die Gefühle benötigen meine höchste Aufrichtigkeit, der Geist denkende Stärke und wollende Größe und die Seele die Gewissheit, geliebt zu werden – und zwar nicht unbedingt von einem anderen Menschen, sondern von einer höheren Instanz, von Gott eben. Wir alle suchen nach dieser höchsten Liebe, und verweigern wir uns, dieses Bedürfnis einzugestehen, werden wir krank. Die Krankheit der Seele heißt meistens nicht, an welchen Gott soll ich wie glauben, sie heißt, soll ich überhaupt glauben?
Jetzt möchte ich Dich was fragen: Ist Dir eigentlich aufgefallen, dass jedes Medikament, jeder Wirkstoff für eine bestimmte Ebene nicht von dieser Ebene stammt, sondern von der jeweils nächst höheren? Ist Dir aufgefallen, dass Selbstheilung ganz wesentlich ein „Oben wirkt auf Unten“-Prozess ist?
Nein.
Okay, dann mache Dir das jetzt ebenfalls bewusst. Denn Selbstheilung bedeutet nicht nur die Beschäftigung mit jeder einzelnen Ebene, sie bedeutet auch ein tieferes Verständnis für das harmonische Zusammenwirken der Ebenen untereinander. Habe ich das einmal erkannt, werde ich mich nie wieder so reduziert, so eingeengt betrachten, wie ich das bislang tat. Schauen wir uns das einmal an:
Der materielle Körper braucht Vertrauen, sagten wir. Vertrauen aber wirkt aus der höheren Gefühlsebene heraus, weil Vertrauen genau das ist: ein subtiles Gefühl. Gefühle brauchen Aufrichtigkeit, sagten wir. Aufrichtigkeit aber entspringt der höheren mentalen Ebene, weil Aufrichtigkeit genau das ist: ein kognitiver Prozess des mentalen Geistes. Der Geist wiederum braucht Stärke und Größe. Beide inneren Strömungen aber entspringen der höheren Seelen-Ebene, weil Stärke und Größe genau das ist: die Selbstwahrnehmung der Seele, die sich ihrer relativen Unzerstörbarkeit, ihrer relativen Unsterblichkeit und ihrer relativen Gottesnähe bewusst ist. Natürlich beinhaltet die Seele noch weitere „Komponenten“, aber eine gesunde Seele wird sich niemals klein und schwach fühlen. „Angst essen Seele auf“, und das Gegenteil von Angst ist nun einmal – auf der mentalen Ebene - Stärke und Größe. Auf der Seelen-Ebene ist das Gegenteil von Angst die erkennende und umarmende Liebe, und genau aus dieser Liebe fließen ja alle Stärke und Größe, die der Geist benötigt, um in der Welt klug zu urteilen. Wohin wendet sich der Mensch, wenn er sich schwach fühlt und Hilfe benötigt? Mit wem spricht er dann? Richtig, mit "oben" - denn die erflehte Stärke kommt exakt von hier. Bloß erkennen die meisten Menschen nicht, dass SIE SELBST zu diesem "Oben" werden können ...
Ja, bliebe noch die Seele selbst: Sie braucht Glauben, Liebe und Gewissheit, aber weniger als eigene Aktivitäten, sondern vielmehr als passive Gewissheit. Die Seele will lieben, oh ja, vor allem aber will sie selbst geliebt sein. Von Gott. Die Seele braucht die glaubende Gewissheit, von Gott bedingungslos geliebt zu werden, um selbst so viel davon wie ihr möglich an andere weiterzugeben. Eine Seele, die die Liebe Gottes nicht fühlt, kann selbst nur eingeschränkt lieben. Und so endet unsere kleine Reise der vertikalen Selbstheilung dort, wo alles auch begonnen hat: bei Gott oder – wie ich es vorziehe – bei GEIST. Denn das ist der "Ort", wo Liebe und Gewissheit ihre kausalen Quellen haben.
Selbstheilung bedeutet, mit all diesen Ebenen in Kontakt zu sein und auf jeder Ebene die richtige innere Medizin anzuwenden?
Ja, und wehe mir, mir fehlt über einen längeren Zeitraum diese innere Medizin. Ich vertraue den selbstregulierenden Kräften meines Körpers nicht, ich verleugne meine Gefühle, ich denke mich selbst klein, schwach und ängstlich, ich fühle mich von Gott nicht geliebt – woher in Gottes Namen sollen dann Harmonie und innere Ordnung kommen? Durch Aspirin? Durch meinen Hausarzt? Oder durch mich selbst?
Durch einen GEISTheiler?
Jeder Mensch, der in sich eine bestimmte Höhe der Entwicklung stabil erreicht hat, kann andere Menschen, die diese Höhe noch nicht erreicht haben, anleiten und führen – im Grundsatz. Natürlich kann und will das nicht jeder. Aber diejenigen, die sich zur Hilfe, zur Betreuung, zur Heilung berufen fühlen, können das, natürlich. Sie können das aber nur dann relativ wirksam, wenn sie sich selbst relativ „gesund“ auf diesen Ebenen befinden. Ein schwacher Geist wird keine mentale Stärke erzeugen helfen können. Eine Heiler mit unerkanntem eigenen Gefühlsleben wird auf der Gefühlsebene eines anderen mehr Unordnung als Ordnung herstellen. Du kannst als Heiler z.B. nicht "heilend" über sexuelle Blockaden sprechen, wenn Du selbst Deine Sexualität unterdrückst. Jeder kann die hier wirkenden energetischen Blockaden sofort spüren: Solche Gespräche oder Behandlungen entwickeln sehr schnell einen Geschmack von Peinlichkeit, von verlegener Bemühtheit und subtiler Unaufrichtigkeit.
Also, nicht jeder Heiler ist selbst relativ gesund auf allen Ebenen seines Seins unterwegs. Das einfachste ist dann noch, „gute“ Körpergefühle herstellen zu helfen – weshalb sich auch genau hier, auf der Körperebene, so viele Bemühte tummeln und New Age seine Heimat gefunden hat.
Ein GEISTheiler kann helfen, indem er durch Aktivierung und Übertragung seiner eigenen Energien dem Erkrankten neue Kraft, neue innere Ordnung gibt. Wenn „Gott heilt“, dann heilt er immer durch den Heiler hindurch, und somit kommt niemals nur „göttliche Energie“ hübsch pur und rein beim Klienten an, sondern immer auch die individuellen Energien des Heilers selbst – ganz einfach deshalb, weil alle Energie von oben nach unten fließen muss, und wenn sie dann etwa durch die Hände „austritt“, dann trägt sie nicht nur Spuren des Heilers, dann sind es seine Energien. Denn GEIST ist nicht nur in ihm wie in jedem Menschen, er selbst ist GEIST – wie jeder Mensch. Deshalb können viele Heiler auch nicht wirklich heilen - sie vertrauen lediglich auf die „göttliche Energie“ und übersehen dabei, dass sie selbst genau dieses sind: verkörperte göttliche Energie. Sie vertrauen sich selbst nicht. Schon die Formulierung "Ich bin es nicht, es ist Gott in mir" verweist auf die Abspaltung des eigenen Selbst - und die gleichen Leute predigen wie die Weltmeister, man müsse "eins mit allem" sein, verweigern aber diese Einheit in sich selbst. Wie gesagt, wenn ich als Heiler selbst größere Probleme mit meinem Körper, mit meinen Gefühlen und mit meinem Ego habe, dann sollte ich mal anfangen, über mich und meine Entwicklung nachzudenken – und nicht nur über die „richtige“ Technik beim Atmen oder beim Handauflegen.
Kannst Du zum Abschluss ganz kurz formulieren, was man für Selbstheilung machen sollte?
Erkenne alle Ebenen in Dir. Vereine alle Ebenen in Dir zu einem harmonischen Ganzen. Für beides gilt: So gut es Dir möglich ist.
Dann: Entwickle ein harmonisches „Grundgefühl“ in Dir, dass die Wirkstoffe jeder Ebene in sich vereint. Fühle in Dir selbst Vertrauen, Aufrichtigkeit, Stärke und Gottes Liebe zu Dir. Vermische dies alles und schau Dir hin und wieder jeden Wirkstoff einzeln an. Mit dieser Grundgestimmheit begib Dich ins Leben: selbstvertrauend, aufrichtig, freudvoll gestärkt, mit liebender Gewissheit. So etwa. Wenn Du diese heilenden Wirkstoffe in Dir mühelos spüren kannst, erscheint ein anstrengungsloses Lächeln in Deiner Herzgegend und in Deinem Gesicht. Und Du beginnst, eine völlig neue Kraft in Dir zu fühlen.
Ach ja, und ganz wichtig: Sei Dir bewusst, dass Du dennoch jederzeit krank werden kannst. Denn GEIST oder Gott ist nicht das Gute, sondern die nichtduale Essenz jenseits von Gut und Böse. Strebe nach dem Guten, dem Wahren und dem Schönen, und verleugne nicht das Schlechte, das Falsche und das Unschöne – denn dann würdest Du GEIST verleugnen, und damit Dich selbst.
Und was ist mit GEIST selbst? Gibt es auch für diese Ebene einen Wirkstoff?
Nein, denn GEIST ist selbst die heilende Medizin, die höchste Vereinigung aller Wirkstoffe. GEIST ist weder krank noch gesund, GEIST ist die transzendierende Vereinigung dieser und aller anderen Dualitäten. Wenn Du in die Nähe dieses EINEN Geschmacks kommen möchtest, tue das, was Dir die Mystiker seit den Upanishaden, seit 3.000 Jahren, erzählen: Schau' nach.
Entdecke den ZEUGEN in Dir, bezeuge alle "Wirkstoffe", alle Gefühle, alle Gedanken, alle Gestimmtheiten in Deinem Selbst, schau Dir all das einfach an - und erkenne, dass Du all das nicht bist. Du bist nicht krank, Du bist nicht gesund. Beides kann ich bezeugen, an beidem kann ich leiden: an Krankheit, wenn sie da ist; an Gesundheit, wenn ihr Verlust befürchtet wird. Der stabile ZEUGE leidet nie. Aus dieser höchsten Ebene, die noch nicht ganz GEIST ist, weil sie schon ein duales Gewahrsein enthält, aus dieser höchsten Ebene fließt dann eine kausale Energie, eine sehr subtile Energie, die alle Deine Ebenen sanft umarmt und alle Deine Wirkstoffe sanft bezeugt - und dann hat das Leiden ein Ende, erst dann atmest Du Dich aus als eine unendliche Freiheit, als unendliche Weite des eigenen Bewusstseins. Du bist die Leere, aus der heraus alle Formen entstehen, seien sie nun gesund oder krank. Und, bei weiterer Entwicklung, hört auch dieser erste Dualismus, die Verschiedenheit von Leere und Form, auf zu erscheinen - und löst sich auf in nonduales Sein. ICH BIN. Und genau das ist es ...
Danke, Carsten.
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